Treppenlift an einer langen Außentreppe im Sommer

Ein Treppenaufzug ist ein Schrägaufzug entlang einer Treppe, der Personen sicher in ein anderes Stockwerk transportiert, aufwärts wie abwärts. Ebenso wie bei anderen Produkten gibt es auch im Bereich der Treppenaufzüge eine große Produktvielfalt, die nur schwer zu überschauen ist.

Bei anderen Transportmitteln wie zum Beispiel Autos liegen die Vor- und Nachteile von Klein-, Sport-, Gelände- oder Lastkraftwagen auf der Hand. Bei Treppenaufzügen bedarf es hingegen einer intensiven Recherche, um die nicht unwichtigen Unterschiede der verschiedenen Treppenaufzugmodelle und -anbieter zu verstehen und richtig einschätzen zu können.

Unterschiede in der „Personenaufnahme“

Im allgemeinen Sprachgebrauch sind mit Treppenaufzügen üblicherweise Sitzlifte gemeint. Moderne Sitzlifte sind mit einem bequemen Sitz, mit Rücken- und Armlehnen sowie einer Fußstütze ausgestattet, zudem gibt es einen Sicherheitsgurt. Je nach Anforderung seitens der Benutzer gibt es aber auch viele Alternativen zum Sitzlift:

Stehlifte sind beispielsweise die richtige Wahl für Menschen, die Probleme haben, die Knie zu beugen oder sich hinzusetzen. Statt eines Sitzes gibt es eine kleine Stehplattform und einen Haltegriff oder herunterklappbare Sicherheitsbügel.

Plattformlifte sind hauptsächlich für Rollstuhlfahrer vorgesehen. Manche Modelle bieten zusätzlich zu der großen Plattform einen ausklappbaren Sitz. So können Fußgänger bequem Platz nehmen und zusätzlich einen Rollator oder Gepäck mit auf dem Lift transportieren.

Hängelifte oder deckengeführte Treppenaufzüge kommen nur selten zum Einsatz. Anstatt eines Sitzes oder einer Plattform verfügen diese Lifte über eine Aufhängung für einen Rollstuhl. Dieser wird dann frei schwebend nach oben/unten transportiert.

Neben diesen Standardlösungen gibt es viele weitere, flexible Sonderlösungen. Hinzu kommen Aufzüge zum reinen Lastentransport, die wir an dieser Stelle aber einmal außer Acht lassen wollen. Für den Transport einer Getränkekiste oder Wäschewanne eignen sich auch die meisten „normalen“ Treppenaufzüge.

Flexibler Treppen Sitz- und Stehlift
HIRO 120, der sich flexibel als Sitz-, Steh- oder auch Plattformlift umrüsten lässt.

Unterschiedliche Fahrbahnen

Auf der Suche nach einem Treppenaufzug kommt diese Frage meist zuerst: „Grade oder kurvig?
Jede Treppe ist ein Einzelstück, jeder Treppenverlauf unterschiedlich. Daher wird jeder Treppenaufzug an die individuelle Situation vor Ort angepasst.

Treppenaufzüge für gerade Treppen sind in der Regel einfacher herzustellen, schneller montiert und daher auch günstiger zu haben. Doch auf welche Treppe passt ein „gerader Treppenaufzug“? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Grundsätzlich gilt: Bei einer geraden Treppe sind alle Treppenstufen rechteckig und gleich groß. Die Stufen werden zudem nicht von einem Podest unterbrochen. Ein gerader Treppenaufzug kann daher auch nur eine Etage überbrücken und hat normalerweise nur eine obere und eine untere Haltestelle.

Gerade Treppenaufzüge werden üblicherweise über eine Zahnstange angetrieben. Die Zahnstange ist Teil der Fahrbahn, die an der Treppe montiert wird. Die Zahnstange liegt dabei je nach Hersteller auf, in oder unter einem geraden Fahrbahnprofil. Ein der Zahnstange entsprechendes Zahnrad im Lift treibt den Aufzug nach oben bzw. unten.

Auch auf geraden Treppen werden manchmal kurvige Treppenaufzüge eingesetzt. Zum Beispiel, wenn der Lift an einer der Haltestellen „um die Ecke“ geparkt werden soll. Das ist mit einem geraden Treppenaufzug nicht möglich. Ist die Treppe (teilweise) gewendelt oder wird sie von einem Podest unterbrochen, so können ausschließlich Lifte für kurvige Treppen installiert werden. Das gilt insbesondere auch für den Fall, dass mehrere Etagen und mehr als zwei Haltestellen angefahren werden sollen.

Unterschiedliche Antriebe vor allem bei kurvigen Treppenaufzügen

Ein Blick von hinten auf den Traktionsantrieb eines Treppenlifts

Bei den Treppenaufzügen für kurvige Fahrbahnverläufe gibt es im wesentlichen zwei unterschiedliche Antriebsarten: Die meisten Hersteller setzen auch bei kurvigen Fahrbahnen auf den herkömmlichen Zahnstangenantrieb, der in diesem Fall zumeist hinter oder unter einem kurvig verlaufenden Fahrbahnrohr versteckt ist, in seltenen Fällen kommen auch zwei Fahrbahnrohre zum Einsatz. Bei HIRO LIFT setzen wir für kurvige Fahrbahnen exklusiv auf den von uns entwickelten und patentierten Traktionsantrieb. Die Fahrbahn besteht in diesem Falle aus zwei dünnen Edelstahlrohren und kommt ohne Zahnstange und ohne Schmiermittel aus. 

Unterschiede im Platzbedarf

Ein Plattformlift für einen Rollstuhl benötigt sowohl auf der Treppe, als auch geparkt in der Haltestelle mehr Platz als ein Treppenaufzug. Doch auch bei den Sitzliften gibt es Unterschiede, denn in engen Treppenhäusern und auf schmalen Treppen kann es mitunter auf jeden Zentimeter ankommen. Die wichtigste Frage in diesem Fall ist oftmals:

Ist die Treppe nach dem Einbau des Lifts noch als Fluchtweg zulässig?

Im Notfall darf ein Treppenaufzug nicht verhindern, dass die Menschen schnell aus dem Gebäude kommen. Daher muss bei sogenannten „notwendigen Treppen“, die als Fluchtweg gelten, neben der Fahrbahn ein frei begehbarer Raum verbleiben. Je nach Gebäudetyp und Baubestimmungen sollten dies in der Regel mindestens 80 cm sein. Das zuständige Bauamt kann aber auch Genehmigungen für kleinere Durchgangsbreiten erteilen.
Aus diesem Grund gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Fahrbahn so eng wie möglich an der Wand entlang zu führen und auf diese Weise möglichst viel frei begehbaren Platz auf der Treppe zur Verfügung zu haben. Es ist aber möglich, dass manche Treppenaufzugmodelle auf engen Treppen nicht installiert werden dürfen, weil die Fahrbahn zu viel von dem Platz einnimmt, der als Fluchtweg gedacht ist.

Fahrbahn auf einer Treppe

Neben dem Platzbedarf auf der Treppe kann auch der Platz auf den Etagen von großer Bedeutung sein. Soll der Treppenaufzug außerhalb der Treppe „geparkt“ werden können, ist dies nur mit einem kurvigen Treppenaufzug möglich.

Befindet sich direkt neben der Treppe eine Tür oder ein Durchgang, den die untere Haltestelle blockieren würde, so kann dies über eine Fahrbahn mit Klappschiene gelöst werden, die bei Bedarf automatisch oder manuell heruntergeklappt wird.

Drinnen & draußen, innen & außen

Klingt ähnlich, meint aber in unserem Fall etwas völlig unterschiedliches. Treppenaufzüge (wie das Beispiel im Titelbild) können als Außenanlage für den Betrieb im Freien optimiert oder speziell dafür konstruiert werden. Elektronik, Antrieb und Akkus sind dann besonders gegen äußere Einflüsse von Wind und Wetter geschützt, die Sitzfläche ist wasserabweisend und die Fahrbahn beständig gegen Rost. Anlagen, die für den Einsatz innerhalb von Gebäuden vorgesehen sind, können hingegen mit feineren Materialien beim Sitzbezug ausgestattet oder passend zur Inneneinrichtung gestaltet werden.

Als Innen- und Außenläufer hingegen werden Anlagen bezeichnet, je nachdem an welcher Seite der Treppe (egal ob drinnen oder draußen) sie verlaufen: Eine Befestigung an der Außenseite ermöglicht den freien Blick auf das Treppengeländer oder in das Treppenauge, allerdings können solche Anlagen nicht über mehrere Etagen geführt werden. Dies ist nur bei Innenläufern möglich, bei denen zudem der Fahrtweg in der Regel kürzer, aber dementsprechend auch steiler verläuft.

Unterschiede in der Befestigung

Lässt man die Hängelifte (s.o.) außen vor, so werden die Fahrbahnen der unterschiedlichen Treppenaufzüge in irgendeiner Form an, auf oder neben der Treppe befestigt. Welche Art der Befestigung möglich ist, liegt in erster Linie an den örtlichen Gegebenheiten, zudem bieten die Hersteller für Ihre Produkte unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten an.

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Unterschiede in der Ausstattung und Herstellung

Ähnlich wie beim Neukauf eines PKWs gibt es auch bei Treppenaufzügen unterschiedliche Varianten und Ausstattungsmöglichkeiten. Ein automatisch ausklappbares Fußbrett oder der zum Sofa passende Sitzbezug ist ggf. als Sonderausstattung möglich. Gleiches gilt für spezielle, treppenschonende Befestigungsmöglichkeiten, ausklappbare Fahrbahnen oder Sonderlackierungen bei den Fahrbahnstützen. Hier bietet jeder Hersteller seine eigenen Ausstattungsmöglichkeiten und ggf. auch Sonderanfertigungen für ausgefallene Anforderungen an.

Auch in anderer Hinsicht unterscheiden sich Treppenaufzüge nicht wesentlich von anderen Produkten. Die Frage: Kauft man beim Händler oder direkt beim Hersteller wirkt sich natürlich auch bei Treppenaufzügen auf den Preis aus. Gleiches gilt für Qualität und Herstellungsort. Achten sollte man zudem auf ein entsprechendes Service-Netz. Wenn man auf einen Treppenaufzug angewiesen ist, ist es wichtig, dass im Notfall auch jemand zur Stelle ist, der die Anlage reparieren kann.

Gemeinsamkeiten

Neben all diesen Unterschieden haben die Treppenaufzüge natürlich auch einige grundlegende Gemeinsamkeiten. So unterliegen alle in Deutschland angebotenen Modelle den gleichen gesetzlichen Bestimmungen, Normen (z.B. ISO 9386-2, DIN EN 81-40) und Sicherheitsanforderungen. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass alle Treppenaufzüge in etwa gleich schnell sind. Zudem gelten auch für alle Treppenaufzüge die gleichen Zuschuss- und Fördermöglichkeiten.

Die Wahl des richtigen Treppenaufzugs ist nicht einfach. In erster Linie soll der Treppenaufzug funktionieren und seine Benutzer sicher über die Treppe transportieren. Welcher Treppenaufzug die passende Lösung für die individuelle Begebenheit vor Ort ist, kann oftmals nur ein fachkundiger Berater nach Vermessung der Treppe einschätzen. Neben einem Treppenaufzug kann eventuell auch eine Hebebühne oder ein Hausaufzug eine Alternative sein, um die Etagen eines Gebäudes barrierefrei zu erschließen.

Anschrift

HIRO LIFT
Hillenkötter + Ronsieck GmbH
Meller Straße 6
33613 Bielefeld

Hotline: 0800 544 22 22 (kostenlos)
E-Mail: info@hiro.de

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